Wieso bringt bei einem Benziner eigentlich Chiptuning nicht so viel wie bei einem Diesel?

3 Antworten

Top Antwort von Fussel. Zu modernen Ottomotoren (Saugern) ist aber auch zu sagen, das die meisten Motoren wegen den strengen Abgas und Geräuschemissionsvorschriften eher im Magerbetrieb laufen, wobei eine Anfettung über Lambda 1 im Volllastbereich teilweise eine Leistungssteigerung bringen kann. Wenn man also die Bemühungen um einen möglichst geringen Kraftstoffverbrauch und geringen Schadstoffausstößen der Hersteller bricht und die Einrpitzkennfelder einzig und allein auf Leistung abstimmt, kann man hier mehr als nur ein paar PS holen, auch beim Ottomotor. Das bringt aber weniger Leistung als beim Turbomotor und kostet mehr Kompromisbereitschaft beim Verbrauch und der Zulassung.

Ich denke mal das Drehmoment eines Benziners und auch der Wirkungsgrad damit sehr viel größer als beim Benziner. Jeder Diesel ist auch ein Turbodiesel und kein normaler Diesel. Turbobenziner sind auch immer genauso gut zu tunen, wie turbo Diesel. Also wird es wohl doch eher am Turbo liegen :)

Genau, Benziner die einen Turbo besitzen habe eine genauso hohe Steigerung der Leistung, da der Ladedruck des Turbos erhöht wird. Bei einem Saugmotor wird nur die Elektronik verfeinert, was aber im Fahrbetrieb kaum spürbar ist.

Der Turbolader sorgt nur dafür, dass mehr Luft in den Brennraum gelangt. Mit diesem Mehr an Luft kann dann auch mehr Kraftstoff verbrannt werden und damit steigt die Leistung.

Ein Ottomotor ist im Verdichtungsverhältnis begrenzt, damit Druck und Temperatur im Brennraum nicht soweit ansteigen, dass es zum Klopfen kommt. Der Diesel hat diese Einschränkung nicht. Außerdem fährt ein Diesel stets mit Luftüberschuss, hat also mehr Luft im Brennraum als er eigentlich benötigt. Der Ottomotor fährt hingegen, zumindest an der Volllast, sogar mit etwas Luftmangel. Würde man das mit einem Diesel machen, käme massiv Ruß aus dem Auspuff.

Einem Diesel mehr Leistung einzuhauchen ist daher recht einfach: entweder geht man etwas näher an die Rußgrenze und spritzt nur mehr Kraftsstoff ein. Das führt dann zu mehr Ruß und die Zulassung ist dahin und so richtig viel zu holen ist da auch nicht.

Oder der Ladedruck wird erhöht, damit mehr Luft in den Brennraum eingebracht und somit kann bei gleicher Rußemission trotzdem mehr Kraftstoff umgesetzt werden (das ist der gängige Weg).

In der Realität machen die Tuner wohl beides so ein bischen.

Beim Ottomotor fällt die erste der beiden Varianten weg, da kein Luftüberschuss vorhanden ist, den man kleiner machen könnte. Und bei Variante 2 sind Grenzen gesetzt, da der höhere Ladedruck zu einem höheren Druck zu Beginn und damit auch am Ende der Verdichtung führt und der Motor anfängt zu klopfen. Hier würde nur eine Herabsetztung des Verdichtungsverhältnisses helfen. Und das ist ein baulicher Eingriff mit einigem Aufwand und fällt nicht mehr unter die Rubrik Chiptuning.

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