Stimmt es das man die Ölviskosität bzw. sogar die Ölsorte nach einer gewissen Zeit nicht mehr wechseln sollte?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Davon habe ich auch gehört und in der Realität erlebt. Aber nur in Bezug auf Hydrostössel. Das zu „dünne“ Öl baut keinen ausreichenden Druck auf und die Dinger klappern. Diese Fahrzeuge waren aber schon ältere Semester.

Danke für dein Sternchen.👍

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Wenn du z.B. ein altes Auto immer mit mineralischem 15W40 Öl betrieben hast, kann es beim Umstieg auf ein vollsynthetishes Öl mit z.B. 5W20 Probleme geben, auch wenn es vom Hersteller so freigegeben wäre.

Durch den längeren Betrieb werden die Dichtungen, bedingt durch Alter und Wärme und Verschleiß, etwas spröder, also rissiger und nutzen sich ab.

Die erste Zahl vor dem W ist dabei nicht ganz so entscheidend, aber die dahinter. Denn diese gibt die Viskosität des Öls bei 100° Celsius an, also bei warmen Motor. Je niedriger diese Zahl ist, desto dünnflüssiger bei hohen Temperaturen.

Durch die ohnehin schon in Ihrer Funktion eingeschränkten Dichtungen können nun deutlich mehr Öl durchlassen. Wo vorher vieleicht ein leichter Ölnebel zu sehen war, ist es nun nass oder tropft sogar.

Ich erwähnte gerade die Ölart, sprich mineralisch oder synthhetisch. Viele glauben ihrem Motor etwa sehr Gutes zu tun, wenn SIe das beste und "dünnste" Öl kaufen. Ehrenwerte Absicht, aber gerade bei älteren Motoren kann sich der Ölwechsel nun rächen. Neben den bereits erwähnten Undichtigkeiten, sollen diese Hochleistungsöle bzw. die Additive darin Ablagerungen vermeiden bzw. reduzieren.

Mithin werden vorhandene Ablagerungen gelöst und diese können wiederum sich in feine Ölbohrungen festsetzen, was den Schmierfluss im Motor sehr ungünstig beeinflussen kann. Eine weitere Eigenschaft kann zudem sein, dass diese modernen Öle die Dichtungen schrumpfen lassen, mit entsprechenden Nebenwirkungen.

Kannst dich ja mal hier weiter durchlesen:

https://de.oelcheck.com/wiki/umstieg-auf-synthetikoel/

Hallo, ja von Problemen mit den Dichtungen hat mir mal ein Chemiker erzählt. In vollsynthetischen sind Ester drin, welche Dichtungen schrumpfen lassen usw.

Mein Problem ist aber eher noch ein anderes. Wie groß ist denn die Spreizung zwischen der 30 oder 40 hinter dem W?

Möchte man es dünnflüssig oder dickflüssig? Bezogen auf einen Dieselmotor

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@Derfrager96
Möchte man es dünnflüssig oder dickflüssig? Bezogen auf einen Dieselmotor

Das was der Hersteller meint aufgrund seiner Konstruktion und Toleranzen, ist entscheidend.

Mein Problem ist aber eher noch ein anderes. Wie groß ist denn die Spreizung zwischen der 30 oder 40 hinter dem W?

Das kommt wiederum auf die Temperatur und Eigenarten an. Bei z.B. 40° können 30er oder 40er den gleichen Viskositätsindex aufweisen, während es bei 100° oder auch 0° völlig anders aussehen kann. Von 40 zu 30 liegen immerhin 25%. Genauere Quellen kann ich auf die Schnelle nicht finden.

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@geoka

Hmm das ist schwierig. Wie findet man denn heraus was der Hersteller empfiehlt? Im Handbuch sind immerhin mehrere Viskositäten angegeben.

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@Derfrager96

Herstellerempfehlung und Spezifikationen: siehe Handbuch. Dort sind auch die Einsatzbereiche genannt, wann welches Öl verwendet werden sollte.

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Stimmt es, DASS man die Ölviskosität bzw. sogar die Ölsorte nach einer gewissen Zeit nicht mehr wechseln sollte?

Davon habe ich gehört, jedoch konnte ich mir keine technisch plausible Begründung darauf aufbauen - was nicht zwingend heißen muss, dass ich richtig liege. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass Du das ein wenig falsch verstanden hast. So ist es beispielsweise durchaus begründbar, in ältere Motoren kein Motoröl mit niedrigviskosem Heißzustand einzufüllen. Durch die eventuell ausgehärteten Dichtungen und größeren Toleranzen könnte hierdurch der Verbrauch und Verlust an Motoröl ansteigen. Vielleicht war dies gemeint - oder der Mann war einfach ein Schwätzer. Nichtmal ein Meistertitel schützt vor unqualifizierten Aussagen, wie ich leider schon oft erfahren musste.

Woher ich das weiß:Recherche

In Bezug auf Hydrostössel schon erlebt. Sehr empfänglich der 1,3 er Motor im Wartburg.

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Das kann natürlich sein das er es so meinte. Ich bin mir jedoch sicher das er es generell, auch für neuere Motoren meinte.

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