Hoher Spritverbrauch, woran könnte es liegen?


22.02.2021, 21:51

Zündkerzen

4 Antworten

Von Experte rotesand bestätigt
Hoher Spritverbrauch, woran könnte es liegen?

Da gäbe es so einige Möglichkeiten:

  • Defekter Kühlmitteltemperatursensor
  • Defekte Zündkerzen / Zündspulen
  • Defekte Lambdasonde
  • Defektes Thermostat
Das Fahrzeug hat einen sehr hohen Spritverbrauch von ca. 12-14 Liter.

Bei welcher Fahrweise und unter welchen Streckenbedingungen? Kurzstrecke und Autobahn Dauervollgas sind extreme Spritvernichter. Wie wurde der Verbrauch ermittelt? Ich frage deswegen, weil es so manche Leute gibt, die den Verbrauch anhand der Neigung der Tanknadel abschätzen.

Ein Bekannter meinte, es gäbe an der Drosselklappe zwei Sensoren. Ein Potentiometer und eine Art Nadel welche die Benzinmenge dosiert.

Derlei Nadeln gab es bei manchen Ottomotoren mit Vergaser zur Spritaufbereitung ("Düsennadel"), allerdings gab es diese Art der Gemischaufbereitung bei Opel in dieser Fahrzeugklasse zuletzt im Opel Kadett E, und hier auch nur in den Anfangsjahren (frühe 80er Jahre). Der Opel X16XEL - Motor hat eine Einspritzanlage, wie jeder europäische Pkw - Motor seinerzeit, spritzt außerdem nicht im Drosselklappengehäuse ein (das war beim Astra G nur beim X16SZR der Fall), sondern jeweils separat vor die Einlassventile (sequentielle Multipointanlage). Dein Bekannter hat keine Ahnung.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Hallo,

Also das Thermostat habe ich getauscht. Das war dauerhaft halb offen.

Die Temperaturanzeige ist sehr träge. Benötigt lange um zu reagieren. Im Stand kommt er dann auf 90 Grad Celsius. Sobald man fährt, fällt es auf 70 Grad und tiefer. Die Heizung bleibt aber schön warm.

Da er im Stand auf 90 Grad kommt, ist es eher nicht der Kühlmitteltemperatursensor oder?

Zündkerzen wechsel ich morgen aus.

Den Verbrauch haben wir nach zurückgelgter Strecke berechnet.

Das Fahrprofil besteht aus Überlandfahrten mit 100kmh. Wenig Stadtverkehr.

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@Derfrager96
Sobald man fährt, fällt es auf 70 Grad und tiefer.

Das sollte eigentlich nicht sein. Wo hast Du das Thermostat gekauft? Selbst bei strengstem Frost und unter Ausnutzung der größtmöglichen Heizleistung sollte die Temperatur kaum unter 80 Grad fallen.

Da er im Stand auf 90 Grad kommt, ist es eher nicht der Kühlmitteltemperatursensor oder?

Manchmal ist der Sensor, der die Anzeige speist, nicht der gleiche, den auch das Steuergerät nutzt. Wie das bei Deinem Auto konkret ist, kann ich Dir jedoch nicht sagen.

Den Verbrauch haben wir nach zurückgelgter Strecke berechnet.

Na, das will ich doch hoffen. Aber wie genau? Vollgetankt, gefahren, und danach wieder vollgetankt? Nur so ist es einigermaßen präzise.

Das Fahrprofil besteht aus Überlandfahrten mit 100kmh. Wenig Stadtverkehr.

Wow, das ist echt sehr viel. Im Winter sollte ein Astra G 1.6 16V selbst mit dem wenig effizienten Sportgetriebe (knapp unter 3000 U/min. bei 100 km/h) bei Landstraßengeschwindigkeit kaum mehr als 6 Liter / 100 km konsumieren. Bei einer dermaßen großen Abweichung bin ich schon fast geneigt, Dir mal zur Prüfung der Spritleitungen zu raten. Läuft der Motor im warmgelaufenen Zustand rund? Hat er seine volle Leistung? Stottert er bei hoher Last? Stinkt das Abgas im warmen Zustand?

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@checkpointarea

Hallo, das Thermostat ist von Bandel Ersatzteile. Soweit ich mich erinnern kann von Febi Bilstein. Öffnungstemperatur ca. 90 Grad.

Ich schaue gerne nochmal. Morgen ist es schön mild bei uns, da fahre ich mal

Wie tief darf die Temperatur denn in etwa fallen? Die von dir angesagten 80 Grad?

Im Vergleich zu meinem E36 mit M43 Motor. Da bleibt die Anzeige recht konstant bei 90 Grad...

Und ja. Aufgetankt. Gefahren, wieder getankt und die genau verfahrene Literzahl mit den Kilometern abgeglichen.

Das würde bedeuten das er ein Leck im System hat. Müsste man also unmittelbar nach dem fahren oder während dem Motorlauf irgendwo etwas tropfen sehen oder riechen. Das kann ich auch gerne mal versuchen.

Ich werde mich auch nochmal bezüglich des Sensors schlau machen.

Der Motor ruckelt gerne. Beim Rückwärts fahren oder vorwärtsfahren im Standgas.

Rund läuft er, soweit ich als Laie das beurteilen kann. Leistung hat er spürbar gut. Gegenüber meinem E36 mit M43 B16 hat er viel mehr zug. Da ist der Bmw richtig träge dagegen.

Mit Vollast ist vollgas geben gemeint? Da ruckelt er ganz kurz wenn ich durchdrücke.

Er riecht schon sehr stark am Auspuff. Fast schon wie frischer Sprit.

Ich hoffe du kannst damit etwas anfangen

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@checkpointarea

Ich habe auch noch mal ein Bild unter den Antworten hier reingestellt.

Das ist das Teil, welches mein bekannter meint, welches am hohen Spritverbrauch Schuld ist.

Mich würde dennoch interessieren wie es heißt und was es macht

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@Derfrager96
Soweit ich mich erinnern kann von Febi Bilstein. Öffnungstemperatur ca. 90 Grad.

Klingt brauchbar.

Wie tief darf die Temperatur denn in etwa fallen? Die von dir angesagten 80 Grad?

Das ist natürlich von Motor zu Motor unterschiedlich. Grundsätzlich sollte, solange man nicht übertrieben stark heizt, die Kühlmitteltemperatur auch bei strengem Frost die üblichen Temperaturen (meist 90 bis 100 Grad, solange keine Kennfeldthermostat verbaut ist) erreichen.

Im Vergleich zu meinem E36 mit M43 Motor. Da bleibt die Anzeige recht konstant bei 90 Grad...

Der E36 hat nur eine Tendenzskala, kein exaktes Thermometer. Man kann dort nur erkennen, ob der Motor zu kalt oder zu heiß ist, aber in einem weiten Bereich (bei meinem E39 zwischen 75 und 113 Grad) steht der Zeiger immer in der Mitte - oder hast Du im Geheimmenü nachgesehen?

Aufgetankt. Gefahren, wieder getankt und die genau verfahrene Literzahl mit den Kilometern abgeglichen.

Wie weit bist Du da gefahren? Wenn die Strecke nämlich zu kurz ist, wird´s arg unpräzise - insbesondere dann, wenn man nicht an der gleichen Zapfsäule nachtankt.

Er riecht schon sehr stark am Auspuff. Fast schon wie frischer Sprit.

Das ist kein gutes Zeichen, und sollte so bei diesem Fahrzeug (im warmgelaufenen Zustand) nicht sein. Wenn der Motor nicht unrund läuft (insbesondere unter Volllast bei niedrigen Drehzahlen), kann man Zündaussetzer schon mal ausschließen - auch an eine undichte Spritleitung glaube ich nach dem Hinweis nicht mehr, aber auch ein möglicherweise defektes Thermostat wird keine solch heftige Verbrauchserhöhung hervorrufen, da reden wir vielmehr über Nuancen im einstelligen Prozentbereich. Ich tippe vielmehr auf etwas in Richtung "Motorkühlmitteltemperatursensor" oder "Lambdasonde". Ich würde so selten wie möglich fahren, sonst geht noch mehr kaputt.

Ich habe auch noch mal ein Bild unter den Antworten hier reingestellt.

Ich seh´ nix.

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@checkpointarea

Sehr komisch mit der Temperatur. Der Wagen hat von Anfang an sehr lange gebraucht um auf Temperatur zu kommen. Die Nadel bewegt sich erst gar nicht. Irgendwann kommt sie dann. Aber die 90 Grad sehe ich nicht oft. Erst recht nicht bei fahrt. Sommer wie Winter.

Ich habe leider keinen Vergleich, ich kenne niemanden der auch dieses Auto hat.

Das ist gut zu wissen wie es beim Bmw ist. Er wird schnell warm und bleibt in der mitte stehen. Ich muss oft länger mit Schubabschaltung fahren. Da geht die Temperatur minimal runter.

Achja. Die Strecke mischt sich aus überwiegend 15km Landstraße mit ca. 100kmh und 5 km Stadtbetrieb.

Manchmal auch nur 5km Stadtbetrieb. Die Autobahn sieht er selten.

Alles klar, ich wechsel heute trotzdem die Zündkerzen aus. Die sind schon sehr verbraucht.

Ich werde dann am besten mal in die Werkstatt fahren bevor ich auf Verdacht Teile tausche.

Kann ein erhöhter Verbrauch auch von einer undichten Abgasanlage kommen? Bei meinen alten Autos halte ich regelmäßig mal das Endrohr zu.

Er bläst an der Verbindung zwischen mittelschaldämpfer und endschalldämpfer vorbei. Ich werde versuchen die Schelle nachzuziehen. Denn abgerostet ist da nichts. Die neuen Teile wurden mir nämlich erst vor einem Jahr vor der HU eingebaut.

Ansonsten fahre ich mal in die Werkstatt und schreibe dann das Resultat hier rein

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@Derfrager96
Das ist gut zu wissen wie es beim Bmw ist. Er wird schnell warm und bleibt in der mitte stehen. Ich muss oft länger mit Schubabschaltung fahren. Da geht die Temperatur minimal runter.

Dann schwächelt das Thermostat leicht. Selbst im Schubbetrieb und bei strengem Frost sollte die Nadel nicht aus der Mitte fallen (=unter 75 Grad) - ausgenommen, man fährt eine kilometerlange Passstraße, nutzt gleichzeitig die Motorbremse ausgiebig, und heizt bis zum Anschlag. Hatte bei mir genau das gleiche, nach einem Wechsel des Teils blieb der Zeiger immer schön brav in der Mitte.

Kann ein erhöhter Verbrauch auch von einer undichten Abgasanlage kommen?

Unter Umständen möglich. Ist beispielsweise der Krümmer undicht, gelangt dort möglicherweise Luft (welche Sauerstoff enthält) hinein. Die Sauerstoffsonde (Lambdasonde) erkennt diese Luft, und veranlasst eine Gemischanfettung - für Luft, die nie im Motor war. Resultat: Erhöhter Verbrauch, Abgaswerte im Eimer. Dass das bei Dir ursächlich ist, glaube ich allerdings nicht. Denn das würde man einerseits deutlich hören, andererseits ist ein undichter Krümmer alleine kaum imstande, den Verbrauch dermaßen stark zu erhöhen.

Er bläst an der Verbindung zwischen mittelschaldämpfer und endschalldämpfer vorbei.

Die Undichtigkeit muss vor der Lambdasonde sein, um sich verbrauchserhöhend auszuwirken.

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@checkpointarea

Ahja okay, ist das sehr schlimm wenn es schwächelt? Auch bezüglich Sommermonate? Die Serpentinen die ich fahre sind zum Teil 2-3 Kilometer lang. Ich dachte es wäre normal weil der Motor ja nichts verbrennt und die Heizung ja Wärme abnimmt.

Meine letzten Erkenntnisse zum Thema Opel: Ich bin heute mal 10km über die Schnellstraße gefahren. Heizung aus. Die Nadel geht bei 100 kmh im vierten Gang nicht über 80 Grad. Retour bin ich mal ruhiger gefahren. Da war er dann unter 80 Grad.

Ich habe dennoch direkt nach der Fahrt den dicken Kühlerschlauch angefasst. Er war heiß, aber man konnte ihn umfassen ohne sich zu verbrennen. Das Gitter vom Kühler war heiß. Man hätte sich verbrannt.

Ich habe das Gefühl das mir der Sensor einen Streich spielt. Könnte man denn mal mit einem Thermometer am Ausgleichsbehälter messen? Oder ist da die Temperatur deutlich Kühler?

Ansonsten würde ich in letzter Instanz mal einen neuen Sensor verbauen. Der kostet nicht viel. Aber schön wäre natürlich wenn man mal messen könnte. Wobei ich dann nur in Flüssigkeit messen könnte. Die Sonde draußen ans Thermostatgehäuse ranzuhalten würde glaube ich das Ergebnis verfälschen.

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@checkpointarea

Ich setze unter meine Frage Bilder von den Zündkerzen. Es wäre nett wenn du sie beurteilen würdest

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@Derfrager96
Ahja okay, ist das sehr schlimm wenn es schwächelt? Auch bezüglich Sommermonate?

Gerade im Sommer weniger relevant - eher im Winter. Denn dann geht die Heizung schlechter, und der Motor braucht länger, um warm zu werden. Wie erwähnt: Es hängt auch von der Länge des Gefälles, sowie dem Einsatz der Heizung ab.

Die Nadel geht bei 100 kmh im vierten Gang nicht über 80 Grad. 

Leider weiß ich nicht 100 % ig, ob die Anzeige hier "echt" ist - aber eines fällt mir auf: Hast Du ein Automatikgetriebe (das hat im Astra G nur 4 Gänge), oder weshalb nutzt Du den höchsten Gang nicht? Der ist im Astra G bei dem Motor so ausgelegt, dass man ihn in der Ebene problemlos bereits ab 50 km/h nutzen kann. Tut man das nicht, erhöht sich der Verbrauch zusätzlich.

Sensortausch klingt gut. Du kannst auch mal ein Abgasmessgerät dranhängen, um zu testen, ob die Lambdasonde noch regelt.

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@checkpointarea

Oh Entschuldigung... da habe ich mich verschrieben. Der fünfte Gang war es. Habe ein manuelles Schaltgetriebe.

Konntest du an den Zündkerzen etwas sehen?

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@Derfrager96

Eine sieht aus, als liefe der Zylinder recht fett. Alle scheinen recht gut abgebrannt zu sein, ist aber auf dem Bild nicht gut zu beurteilen. Tausch kann nicht schaden, aber ursächlich für den Verbrauch sind die sicher nicht.

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Was geschrieben wurde, könnte sein ------> ich habe noch eine Theorie. Eventuell wird der Opel ganz einfach selten bewegt und steht in Coronazeiten (HomeOffice, Kurzstreckenbetrieb?) die meiste Zeit herum? Dann kann es sein, dass der Verbrauch solche schwindelerregenden Höhen erreicht. Diese alten Benziner sind noch nicht soooo sparsam, auch wenn der Astra damals ein gutes Beispiel und sehr wirtschaftlich war.

Wie ich darauf komme: Mein Cousin hat einen 2004er Nissan Almera 1,8 Automatik (ich glaube mit 115 PS), der nicht nur bei extremem Kurzstreckenverkehr, sondern nur ganz gelegentlichen Fahrten - wie bei meinem Cousin üblich - auf ähnliche errechnete Verbrauchswerte kommt.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hi, also das Fahrprofil ist gemischt. Mal 15 km Landstraße und 5km Stadtfahrt am Stück. Dann mal nur Stadt.

Du hast schon recht. Es ist leider eher ein Kurzstreckenfahrzeug.

Ich fände interessant wieso es dann so ist. Also was passiert dann im Motor

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@Derfrager96

Genau so wird der Nissan meines Cousins auch bewegt. Heute ist er mal zehn Kilometer gefahren, um zu einem Arzttermin zu gelangen. Ich kann mir das gut vorstellen.

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Neben den schon genannten Punkten, wann wurde zuletzt der Luftfilter ausgetauscht?

Hallo, vor ca. 20.000 km.

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Wobei es doch recht unrealistisch ist, dass dieser den Verbrauch um mindestens 100 % erhöht - bei 100 km/h verbraucht dieses Fahrzeug normalerweise 6-7 Liter / 100 km, nicht die genannten 12-14.

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Wie heißt dieses Teil?

 - (Auto, Motor, Benzin)

Jetzt doch gefunden, das Bild. Das ist ein Leerlaufregelventil. Da die Drosselklappe bei Deinem Motor mechanisch betätigt wird (ganz klassisch per Seilzug vom Gaspedal zum Motor), ist eine Vorrichtung vonnöten, mit welcher das Steuergerät die Leerlaufdrehzahl einstellen kann.

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