Frage von chriskoenig, 63

Autounfall mit einem Fahrradfahrer?

Ist ein Unfall mit einem Fahrradfahrer ein Unfall welches "normal" ist? oder als fahrlässige Körperverletzung zu sehen ( nach dem Strafgesetzbuch), da der Fahrradfahrer hohe Verletzungsgefahr ausgesetzt ist?

Antwort
von geoka, 45

Bei einem Unfall mit verletzten Personen wird immer die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen des Verdachtes auf fahrlässige Körperverletzung einleiten.

Ob z.B. Fußgänger, Rad-, Motorrad, Autofahrer, sobald eine Person verletzt wurde, wird unabhängig des Gefährdungsrisikos  der verletzten Person ein Verfahren eingeleitet. Also völlig normal!

Als Fahrer eines Kraftfahrzeuges hingegen, geht beim Betrieb eine generelle Betriebsgefahr mit verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung aus. http://www.verkehrslexikon.de/Module/BetriebsGefahr.php

D.h. Dir wird zunächst pauschal immer zumindest ein Mitverschulden unterstellt. In wieweit diese Mitschuld zu 0 oder bis zu 100% zugesprochen, ergibt dann das Ermittlungsverfahren.

Kommentar von chriskoenig ,

Naja, also ein Unfall mit einem Fahrradfahrer  (sobald der PKW Fahrer schuldig ist ) kann als fahrlässige Körperverletzung geltend gemacht werden, falls der Fahrradfahrer sich auch nur "leicht" verletzt. Somit kann es nach § 230 StGB richterlich geklärt werden :D :) (Quelle. http://www.koerperverletzung.com/fahrlaessige-koerperverletzung/#Das_Antragsdeli... ) nur verstehe ich nicht, das wenn man mit einem Fahrradfahrer zusammenstoßt und der Fahrradfahrer eigentlich schuldig ist. dAs wir dann anschlißeend eine Teilschuld bekommen können und somit dann auch eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverltzung... oder denke ich jetzt einfach viel zu kompliziert? 

Kommentar von geoka ,

Resultierend aus der generell unterstellten Gefährdungshaftung beim Betrieb eines KFZ (ein KFZ ist immer stärker bzw. ruft immer stärkere Verletzungen hervor bei schwächeren Verkehrsteilnehmern wie z.B. Radfahrer) wird immer zunächst eine Mithaftung unterstellt.

Bei einer entstandenen Körperverletzung, auch wenn diese scheinbar nur leicht sein sollte (das kann sich ganz schnell ändern, wenn der Radfahrer einen "guten" Arzt hat), sollte man die Kosten für einen Rechtsanwalt nicht scheuen.

Anzeige ist normal, alles weitere wird geklärt.  Das eigentliche Delikt und mögliche Ansprüche des Gegners, wg. Verdienstausfall, Krankenhauskosten etc.

Theoretisch ist sogar eine Teilschuld möglich, wenn ein Radfahrer in dein stehendes Auto fährt, mit dem du gerade vor einer roten Ampel wartest, und sich dabei verletzt. Aber das sind eher Themen fürs Gericht.

Kommentar von Stenf ,

So oder so, wenn man als Autofahrer einen Fahrradfahrer im Straßenverkehr verletzt, hat man immer ein Problem, auch wenn man überhaupt nichts dafür konnte. In der Winterzeit, wo die Straßen gefroren und es richtig glatt war, habe ich trotzdem immer noch Radfahrer gesehen. Ich finde so was unverantwortlich. Wenn sie unvermittelt auf die Straße stürzen, setzen sie sich nicht nur selbst einer großen Gefahr aus, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. 

Wenn man dann als Autofahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen kann, ist das schlimm genug. Und dann muss man sich im schlimmsten Fall auch noch vor Gericht verantworten. 

Kommentar von geoka ,

Du siehst den Radfahrer ja rechtzeitig, hättest deine Geschwindigkeit verringern und gleichzeitig den Abstand vergrößern können.

Und wenn alles nicht geht, dann hättest du so weit hinter diesem bleiben müssen, um bei einem Ausrutscher seitens des Radfahrer noch gefahrlos für diesen anhalten zu können

Genauso könnte man Dir dann Verantwortungslosigkeit unterstellen, wenn du doch versucht hast diesen zu überholen, denn der Radfahrer könnte ja auch erst durch den von dir hochspritzenden Schneematsch zu Fall kommen. ;-)

Antwort
von ameliemueller, 8

Ja das ist fahrlässige Körperverletzung. Der Staatsanwalt wird dabei immer eingeschaltet. Dan nach wird festgestellt ob du als Fahrer Schuld oder Teilschuld am Unfall hattest. 

Alle Umstände werden genau analysiert. Wie schnell bist du gefahren, war es Tag oder Nacht, wer hatte Vorfahrt, hatte der Radfahrer auch Licht an seinem Fahrrad, hätte der Unfall vermieden können. 

Antwort
von kerstin90, 11

Ein Unfall mit Personenschaden ist grundsätzlich eine fahrlässige KV, wenn ein Unfallbeteiligter die Schuld trägt und der andere nix machen konnte. Egal ob Radfahrer, Fußgänger oder anderer Autofahrer

Antwort
von mona37, 41

Weis ich nicht, aber eine Teilschuld wird in vielen Fällen dem PKw Fahrer gerne gegeben bei einem Unfall mit einem Radfahrer.

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