500 Kubikzentimeter für eine Zylindereinheit das thermodynamische Optimum?

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2 Antworten

Bei der Wahl der Zylindergröße gibt es Einiges, was für große Zylinder spricht und Einiges für kleine.

Der technische Stand gibt erstmal vor, wieviel Hubraum für eine bestimmte Leistung benötigt wird. Da spielt dann auch rein, ob es eine Diesel oder Otto, ein aufgeladener oder ein Saugmotor ist. Die Überlegung, wieviele Zylinder für diesen Hubraum sinnvoll sind, ist dann der zweite Schrit.

Bisher war bei Abwägung aller Vor- und Nachteile bei den üblichen Motorgrößen der halbe Liter ein guter Kompromiss. Stark vereinfacht und pauschalisierend kann man sagen: wenige große Zylinder sind gut für den Wirkungsgrad, viele kleinere gut für die Leistungsdichte. Auch der Turbolader mag zuwenige Zylinder garnicht. Spätestens bei zwei Zylindern wird es schwierig.

BMW wird damit (noch) wenige Probleme haben. Aber andere Hersteller, bei denen die Motoren immer kleiner werden, müssen sich da schon mehr Gedanken machen. Für einen kleinen 1l Motor kommt die klassische "Optimal-" Größe nicht mehr in Betracht, denn das wären dann nur noch zwei Zylinder. Das ist für den Komfort und den Turbolader nicht so schön. Man findet daher zunehmend auch kleiner Einzelhubräume.

Ein Optimum hängt eben immer von den gegebenen Randbedingungen ab. Und glaub mal nicht, dass BMW die Entscheidung über die Hubraumaufteilung nach Marketinggründen ausrichtet. Das Gesamtpacket (wie groß, leistungsstark, aufgeladen oder nicht etc.), das sicherlich. Aber die Zahl 500 ergibt sich dann eben aus diesen Randbedingungen als wohlüberlegtes technisches und kaufmännisches Optimum. Und Baureihen zu bilden macht eigentlich fast immer Sinn.

Zweiliter-Vierzylindermotoren gibt es ja wie Sand am Meer, die haben auch eine 500-er Aufteilung. Wahrscheinlich hat man am meisten Erfahrung mit dieser Aufteilung. Aber dass das das Optimum sein soll, halte ich eher für einen Marketingschachzug.

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