Frage von tamara87,

Rote Ampel überfahren – Überfahrene Zeit wurde geschätzt!?

Hallo Leute, gestern Abend habe ich ein wenig trouble gehabt. Ich war mit dem Auto unterwegs und bin über eine gerade auf rot gesprungene Ampel gefahren, da die Kreuzung leer war und die Ampel beim Annähern gerade auf gelb gesprungen ist. Sofort wurde ich von der Polizei angehalten. Die Beamten behaupteten, die Ampel sei schon 2 Sekunden rot gewesen als ich sie überfahren habe. Das war definitiv nicht so. Sie hätten das mitgezählt und das reiche als Beweis. Hm. Hat hier jemand Erfahrung mit sowas? Bringt es da was, wenn ich Widerspruch einlege oder habe ich als einziger Gegenzeuge da sowieso keine Chance?

Antwort von demosthenes,
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Solche Mätzchen, dass das "geschulte Auge des Polizisten" eine korrekte Messung ersetzt, kenne ich eigentlich nur aus Österreich und von früher in der seeligen DDR.

Ein selbst formulierter Widerspruch dürfte trotzdem eher wenig bringen, sondern da könnte Dir allenfalls ein auf Verkehrsrecht spezialisierter Anwalt helfen, der nicht nur die Gesetze, sondern auch die Vielzahl der hier vielleicht relevanten Urteile kennt und der genau weiss, wonach er fragen und wie er argumentieren muss.

Antwort von Crack,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Polizisten wird aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung eingeräumt Geschwindigkeiten und auch Zeitabstände recht genau schätzen zu können.

Trotzdem ist es nicht endgültig das diese Einschätzung dann auch richtig war und unumstößlich ist. Denn beim Schätzen müssen größere Ungenauigkeiten einkalkuliert werden. Deshalb wohl auch die 2Sek damit man Dir 1 nachweisen kann.

Du als Beschuldigter brauchst nicht unbedingt einen Zeugen, Zeuge bist Du selbst. Vor Gericht geht es immer um die Glaubwürdigkeit, nicht um die Anzahl von Zeugen.

Ich denke das Du hier gute Chancen hast den Vorwurf wenigsten soweit abzuschwächen das Dir kein qualifizierter, sondern nur ein einfacher Rotlichtverstoß zur Last gelegt werden kann. Du kommst damit zwar nicht um das Bußgeld und die Punkte herum, das Fahrverbot bliebe Dir aber erspart.

Dazu brauchst Du aber sicher einen Anwalt.

Ein im Verkehrsrecht erfahrener Anwalt kann hier in vielen Punkten ansetzen.

  • Der Wichtigste Punkt: Haben die Polizisten gezielt dieses Verhalten an der Ampel kontrolliert oder war es nur Zufall das sie es gesehen haben?
  • Wie wurde dann die Ampel beobachtet wenn Du gleich danach angehalten wurdest? Wo standen sie wenn sie gezielt kontrollierten?
  • Konnte alles genau von ihnen überblickt werden, Haltelinie, Ampel?

Wenn Dir Kosten Ärger und Zeitaufwand nicht zu viel sind würde ich Dir dazu raten Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einzulegen. Eine Rechtsschutzversicherung wäre aber Voraussetzung, sonst können schnell mehrere hundert Euro für den Anwalt zusammen kommen.

Link:

http://trimr.de/Rbp

Antwort von Lenkrad123,

Du kannst es natürlich versuchen, aber fast jeder Richter wird wohl eher einem Poizisten glauben, als dem, der um sein Fahrverbot herumkommen will.

Antwort von Guido,

Ich kenne das auch nur aus Österreich... Aber sicher dürfen auch in Deutschland Polizisten sowas "schätzen". Und sie - wie es ja meistens ist - auch zu zweit sind, dann ist es umso schwerer für den Angeklagten dagegen vorzugehen.

Antwort von Cacaca,

In meinen Augen kannst du das abhaken. Wenn du da gegen vorgehst, kommt es natürlich drauf an was das Gericht sagt. Die Polizisten werden auf ihren Amtseid schwören und sind zu zweit. Die freuen sich wahrscheinlich über den halben freien Tag den sie zum Gericht müssen ;)

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