E10 – gut für die Umwelt?
E10 gibt es noch nicht sehr lange auf dem deutschen Markt; kurzzeitig sah es so aus als würde ein bundesweiter Boykott diese Spritsorte wieder verdrängen. Boykott? Trotz günstigerer Preise gegenüber dem gängigen Super-Benzin? Ja, denn einerseits gab und gibt es Kritik bezüglich der Verträglichkeit und der Aufklärungsarbeit. Andererseits gibt es immer noch große Zweifel bezüglich der Vorteilhaftigkeit für die Umwelt – fallen nun indirekt Regenwälder für unseren Benzinkonsum? Trägt E10 zur Verteuerung von Nahrungsmitteln bei? Ist die Herstellung zu energieaufwendig? Fahre ich mit E10-Sprit wirklich umweltschonender oder soll ich lieber beim normalen Benzin bleiben?
Wenn ihr auch als Autofahrer die Umwelt unterstützen wollt, dann beantwortet unsere Frage und macht die Welt um ein paar Bäume reicher! Denn pro 10 hilfreiche Antworten lassen wir einen Baum in Deutschland pflanzen. Also los geht´s, lasst uns zusammen etwas Gutes tun! Mirko von autofrage.net
Alle Infos und die Teilnahmebedingungen zur Aktion findet Ihr unter www.autofrage.net/aktion/umwelt-frage-woche
-
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
Hallo,
folgendes habe ich schon bei einem anderen Beitrag über E 10 geschrieben:
Ich tanke kein Essen.
Ich werde E10 definitiv nie tanken! Das eine Auto ist ein Oldtimer und dürfte angeblich E10 tanken. Das andere Auto ist jünger und hat keine Freigabe.
Hier meine Erfahrung: Leider ist wahrscheinlich (meine Vermutung) E10 in den Tank des Oldtimers gekommen. Ich habe an einer Tankstelle ca. 30 km entfernt, wo ich auch öfters tanke getankt. Es stand kein E10 auf der Zapfsäule! Die Woche vorher war aber an dieser Zapfsäule E10 drin. Ich bin vor dem Tanken reingegangen und habe gefragt. Auf dem Bon stand aber E10 und der Preis war auch der günstigere Preis. Auf mein nachfragen bekam ich zur Antwort, dass die Zapfsäule nur noch nicht umgestellt wäre. Zuerst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber er war dann doch etwas bockig, heißt er ruckelte. Wollte schon in die Spezialwerkstatt fahren, die echt super ist,aber aus Zeitgründen bin ich nicht hingefahren. Zu dem Zeitpunkt erzählten mir Bekannte, dass sie mit einem neueren Auto auch Probleme hätten, haben E10 getankt, danach nicht mehr und dann lief der wieder normal. Ich habe also an dieser Tankstelle nicht mehr getankt, sondern woanders. Nach der 3. Tankfüllung fuhr er wieder normal. Tja, was jetzt mit bleibenden Schäden ist, keine Ahnung :-( Er hält zur Zeit Winterschlaf und hat keine Mucken mehr gemacht :-) und eine Benzinlache ist auch nicht drunter :-)
Dazu hat mir einer dann noch den Kommentar drunter geschrieben, ich solle das auf jeden Fall im Auge behalten, die Schläuche könnten porös geworden sein :-(
Also ich tanke definitiv kein E10!
LG Lilli377
-
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
Also das Hauptproblem bei der E10-Einführung liegt in der Nachweispflicht für mögliche Schäden. Das Risiko, dass was passiert ist zwar sehr gering. Wir reden hier von 10 anstatt 5% Zumischung und woanders fahren die (vermutlich?) gleichen Autos mit 100% Bioethanol durch die Gegend und nichts passiert. Und die Herstellerfreigaben werden sicher nicht leichtfertig erteilt.
Die Sauerei ist aber, dass die Politik sich durch die Automobilindustrie dazu hat breit schlagen lassen, das Risiko auf die Verbraucher abzuwälzen. Auch wenn es klein ist, Null ist es definitiv nicht. Natürlich ist es schwierig zu verhindern, dass nicht jeder mögliche Schaden auf E10 geschoben wird und die Hersteller aus dem Zahlen nicht mehr raus kommen. Das Ganze dann aber zu Lasten der Verbraucher einfach umzudrehen: "Lass den doch sehen, wie er den E10-Schaden nachweist" führt eben dazu, dass das Projekt abgestraft wird. Recht so!
PS: Technisch habe ich wenig Bedenken; es ist mehr eine Prinzipfrage. Und da ich Diesel tanke, kann ich leicht prinzipientreu bleiben...
-
-
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
Ich werde nicht umsteigen, denn einmal hat E10 einen geringeren Energiegehalt, man braucht also bei gleicher Fahrweise mehr davon, wodurch die 3 Cent Ersparnis schon wieder weg sind und zum anderen ist noch nicht sicher erwiesen, dass E10 keinen Schaden am Motor anrichtet.
Es gibt hier zwar reichlich "Behauptungen", aber wenn der Wagen nach 30000 km die Grätsche macht, dann werde ich sicher nicht nachweisen können, dass das am E10 lag.
Ob und wieweit für die Produktion des zugesetzten Alkohols Regenwälder fallen, kann ich zwar nicht beurteilen - hier in der Gegend gibt es keine davon - aber dass die Herstellung energieaufwendig ist und dass die Landschaft durch die benötigten Monokulturen verschandelt wird, das kann ich täglich beobachten.
-
-
Antwort von Sven2505 22.03.2012
Trägt E10 zur Verteuerung von Nahrungsmitteln bei?
JA, erwiesenermaßen!
Ist die Herstellung zu energieaufwendig?
JA, die Umweltbilanz ist negativ, siehe hier:
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-21596/umweltbilanz-negative-fo...
Fahre ich mit E10-Sprit wirklich umweltschonender oder soll ich lieber beim normalen Benzin bleiben?
Nein, nicht umweltschonender. JA, man sollte bei normalen Benzin bleiben. Wenn man wirklich die Umwelt schonen will, der soll auf öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrrad umsteigen!
Hallo Lilli377,
du tankst kein Essen? Gut - Bioethanol taugt bestenfalls als Genussmittel. Du meinst also die Flächenkonkurrenz.
Du möblierst also auch nicht deine Wohnung mit Essen,
du kleidest dich nicht mit Essen,
du gestaltest nicht deine Fußböden und Wände mit Essen,
du rauchst kein Essen oder benutzt Essen sonstirgendwie als Genussmittel (Kaffee, Tee, Schokolade, alk. Getränke),
du baust dein Haus nicht mit Essen,
du kaufst keine auf Essen gedruckte Bücher oder schreibst auf Essen...
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Alles Produkte, die auf Flächen angebaut werden, die sonst für die Nahrungsmittelherstellung geeignet wären.
Diese "Tank-oder-Teller-Diskussion" ist ja nun wirklich überholt. Die Ursache für diese Probleme liegen doch wohl woanders. Biokraftstoffe könnten eine Chance für die industriell wenig entwickelten Agrarregionen dieser Welt werden. Dass das nicht passieren wird, liegt doch nicht an der Technologie, sondern an der Tatsache, dass in dieser Gesellschaft das ungehinderte Streben nach Gewinnmaximierung einiger Weniger fester als Grundrecht zählt, als die Sicherung der Grundbedürfnisse zum Überleben für den größten Teil der Weltbevölkerung. Es werden Lebensmittel vernichtet, damit der Preis stabil bleibt. Es werden Subventionen dafür gezahlt, dass bebaubare Fläche ungenutzt bleibt. Glaubts du echt, dass E10 oder "nicht-E10" auch nur den geringsten Einfluss auf diesen Missstand hat?
Technisch gesehen, gibt es übrigens keinerlei Erklärung dafür, warum ein mit E10 betankter Motor plötzlich stottern sollte. Auch den Mehrverbrauch aufs Volumen bezogen von 1,7% !!! (mehr ist physikalisch nicht erklärbar und auch nicht messtechnisch ermittelt worden) merkt niemand im Realbetrieb.
Bestimmte Aluminiumlegierungen und einige wenige Kunststoffe können durch den leicht erhöhten Alkoholgehalt etwas stärker angegriffen werden, als das im Falle von E5 der Fall wäre. Keinesfalls merkt man irgendwas sofort nach dem Tanken.
Ich sage ja nicht, dass alles schön ist mit E10. Aber irgendwie erinnert mich diese Diskussion an ein typisch deutsches Phänomen: per se ist erstmal alles schlecht (Expo, Fussball WM, Olympiabewerbung usw.). Chancen sehen und daran arbeiten und nicht gleich alles Mies machen ist nicht gerade die Stärke unserer Nation. Die Idee, die hinter Biokraftstoffen steht ist gut und dringend erforderlich. Langfristig wird daran auch kein Weg vorbei führen. Die Umsetzung im Falle von E10 war allerdings katastrophal.
Entschuldigung, wenn ich mich hier so aufrege. Aber diese Diskussion ist von soviel Halbwissen und Stammtischargumentation geprägt, dass ich mich über die Frage der Umweltbilanz mal garnicht mehr auslassen möchte. Da werden Aussagen, die im Original schon schwammig und unkorrekt sind, unreflektiert übernommen und auch noch um interpretiert, bloß weil es im Focus stand. Wann merkt endlich mal jemand, dass immer dann, wenn ein zweifelos seriöses Blatt den Konjunktiv verwendet, nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss beschrieben wird.
Genug aufgeregt...